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Altersschwerhörigkeit

Altersschwerhörig? Von wegen!

Die Diagnose „Presbyakusis“ – zu Deutsch: Altersschwerhörigkeit – führt in die Irre, denn sie trifft die meisten mitten im Leben. Warum die Symptome nicht zwingend mit dem Lebensalter zu tun haben und womit Sie dem Hörsinn wieder "auf die Beine helfen", lesen Sie hier...

Die schlechte Nachricht zuerst: Seinen Zenit überschreitet der Mensch recht früh. Ab Mitte 20 bauen wir körperlich ab. Und nun die gute Nachricht: Dennoch bleiben wir noch viele Jahre lang enorm fit und leistungsfähig. Genauso fühlen Sie sich, aber dennoch werden Sie immer häufiger gefragt, ob Sie nicht mehr richtig hören? Oder, besser noch: Ein Test hat Ihnen bereits eine Altersschwerhörigkeit attestiert? Nehmen Sie es sportlich, denn Altern beginnt beileibe nicht in den Ohren!

Worum geht es eigentlich?

Ab dem 30. bis 40. Lebensjahr verliert das menschliche Gehör langsam seine Topform. Ursache dafür ist ein physiologischer Prozess, der beide Ohren seitengleich betrifft. Zurückzuführen ist die sinkende Hörleistung vor allem auf Verschleißerscheinungen an den Haarsinneszellen des Innenohrs. Untersuchungen zeigen aber, dass dieser degenerative Prozess weniger vom Alter abhängtals vielmehr von der konkreten Abnutzung.

Abnutzungsschwerhörigkeit wäre selbsterklärender

Der Begriff Altersschwerhörigkeit trügt, denn tatsächlich handelt es sich eher um eine Art "Abnutzungsschwerhörigkeit". So ist das Hörvermögen australischer Ureinwohner auch im Alter weit weniger eingeschränkt als das der Menschen in Industrieländern. Wer immer wieder starkem Lärm ausgesetzt ist, wird früher mit dem Schwinden seines Hörsinns konfrontiert als jemand, der seinen Ohren viel Ruhe gegönnt hat. Als weitere negative Einflussfaktoren gelten Rauchen, Übergewicht, bestimmte Medikamente sowie natürlich auch die familiäre Veranlagung.


So gut hört Deutschland*
Rund 10 Millionen Deutsche hören nicht gut - dabei sind nicht nur Ältere betroffen, wie die Übersicht der Betroffenen innerhalb der jeweiligen Altersgruppen zeigt.

Infografik Altersschwerhörigkeit


Hörsinn am Limit – wie klingt das eigentlich?

Ab welchem Alter auch immer: Zu Beginn klingt eigentlich alles ganz normal. Es scheint nur so, als werde es immer anstrengender, Gesprächen zu folgen. Erzählen die anderen etwa nur noch langweiligen Mist? Mitnichten. Die Beeinträchtigung der Haarsinneszellen im Ohr führt dazu, dass hohe Frequenzen nicht mehr so differenziert wahrgenommen werden können. Gerade diese sind aber essenziell für das Sprachverstehen.

So kommt der Hörsinn wieder auf die Beine

Das Hören gehört neben dem Sehen zu unseren wichtigsten Sinnesleistungen. Dabei ist das Ohr sogar noch sensibler und auch leistungsfähiger als das Auge. Der Hörsinn macht es uns möglich, bis zu 400.000 Töne zu unterscheiden – inklusive der Richtung, aus der sie kommen. Dabei verarbeitet das Ohr selbst „nur“ die eintreffenden Schallwellen. Hören und Verstehen finden im Gehirn statt. Doch die Klänge, die – mangels Hörleistung – nicht mehr bis zum Gehirn vordringen, geraten dort im Laufe der Monate und Jahre in Vergessenheit. Daher ist es geradezu fatal, eine beginnende Hörminderung zu ignorieren. Zudem erfordert ein eingeschränktes Gehör viel mehr Aufmerksamkeit und Konzentration beim Zuhören und Verstehen. Mit der richtigen Technik kommt der Hörsinn aber wieder ganz schnell auf die Beine und Sie werden schnell merken, wie positiv sich das auf Ihr Leben auswirken wird.


* www.fgh-info.de