WIDEX-BLOG
Melanie Stuhler trägt Widex Evoke

"Ich möchte, dass Hörsysteme als etwas völlig Normales und Alltägliches gesehen werden."

Veröffentlicht24-09-2019
Aktualisiert24-09-2019

Sieben Jahre lang blieb ihre Schwerhörigkeit unentdeckt: Erst als Melanie eingeschult wurde, merkten ihre Eltern und die Lehrer, dass sie eine Hörminderung hat. Heute steht die 28-jährige mitten im Leben und möchte andere Menschen dazu motivieren, sich mit Hörsystemen auseinanderzusetzen. Wie es dazu kam, verrät sie in unserem Interview.
Hallo Melanie, vielen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst. Vielleicht stellst du dich unseren Lesern zunächst einmal vor.

Mein Name ist Melanie Stuhler und ich bin 28 Jahre alt. Ich komme aus Amstetten und arbeite als Maschinen- und Anlagenbedienerin bei einem großen Lebensmittelhersteller. In meiner Freizeit ist es mir wichtig, mein Leben aktiv zu gestalten: Ich gehe gerne schwimmen und joggen, spiele Keyboard, bin in Cafes oder auch im Kino unterwegs und verbringe viel Zeit mit meiner Familie. Aber ich reise auch sehr gerne und bin sehr neugierig, was andere Kulturen und Sprachen angeht. Deshalb habe ich vor ein paar Jahren auch zwei Semester einen Sprachkurs „Griechisch“ besucht. Einfach weil ich Lust darauf hatte, in eine neue Sprache reinzuschnuppern.

Das klingt nach einem sehr aktiven Leben, aber das ist für dich keine Selbstverständlichkeit. Denn bei dir wurde, als du sieben Jahre alt warst, festgestellt, dass du unter einer Schwerhörigkeit leidest. Wie wurdest du auf deine Hörminderung aufmerksam?

In meiner Zeit vor der Schule ist das noch gar nicht aufgefallen, ich galt einfach als ruhiges und zurückhaltendes Kind. Deshalb wurde ich mit sechs Jahren ganz normal in die Grundschule eingeschult und dort wurde es dann offensichtlicher und ich habe das komplette erste Schuljahr praktisch „verpasst“. Es gab Situationen, dass ich meine Hausaufgaben nicht erledigt hatte, weil ich nicht gehört habe, dass meine Lehrerin sie aufgesagt hat. An eine Situation erinnere ich mich ganz besonders: Wir sollten am nächsten Schultag ein Plüschtier mitbringen und ich hatte keines dabei.

Und die Lehrer haben nichts gemerkt?

Doch, irgendwann ist es meiner Klassenlehrerin aufgefallen. Sie führte ein Gespräch mit meinen Eltern und hat ihnen empfohlen, mich auf eine Sonderschule zu schicken oder die erste Klasse zu wiederholen. Nach diesem Gespräch haben meine Eltern dann noch stärker auf mein Verhalten geachtet – und dann ist es aufgefallen, dass ich den Fernseher immer lauter gestellt habe, ich es nahezu komplett vermieden habe, zu telefonieren oder auch nicht darauf reagiert habe, wenn nach mir gerufen wurde.

Wie sind deine Eltern mit der Situation umgegangen?

Mit all diesen Anzeichen sind meine Eltern dann zu den Ärzten gegangen und so begannen einige Untersuchungen bis festgestellt wurde, dass ich an einer beidseitigen Innenohrschwerhörigkeit leide. Im Alter von acht Jahren wurden mir dann noch die Nasenpolypen entfernt, da die Ärzte vermuteten, dass die Schwerhörigkeit daher kommen könnte. Das war aber nicht der Fall. Und dann begann mein Leben mit Hörgeräten.

"Ich kann deshalb jedem nur raten, eine vermeintliche Hörminderung nicht zu ignorieren, sondern schon beim leisesten Zweifel einen Hörtest zu machen." 

Wie war es für dich, plötzlich ein Hörgerät zu tragen und damit aufzuwachsen?

Es hat sich zunächst völlig „anders“ angefühlt und ichhatte einen ganz anderen Zugang zur Welt. Aber es hat sich auch „anders“angefühlt, weil ich eben etwas hatte, was die meisten Kinder in meinem Alternicht hatten. Jeder hat nachgefragt, was das für Schläuche in meinen Ohren sindoder was das für komische Dinger an meinen Ohren seien. Das ist als Kindnatürlich nicht so einfach und man muss dann ein gewisses Selbstvertrauenaufbauen. Deshalb finde ich es heute auch so wichtig, andere Menschen zumotivieren, sich mit dem Thema Hörsystem auseinanderzusetzen.



Die Entscheidung für Widex Evoke

Wie haben sich Hörgeräte für dich im Lauf der Zeit entwickelt?

Da gab es sehr viele Entwicklungsschritte in den zwanzig Jahren, seit ich Hörgeräte trage. Vor allem die Bauformen und Farben haben sich sehr positiv entwickelt. In den ersten Jahren hatte ich meist diese klobigen, beigefarbenen Geräte mit dicken Schläuchen, die regelmäßig vom Akustiker gewechselt wurden. Die Reinigung war wesentlich mühseliger als das heute der Fall ist.

Auch vom technischen Gesichtspunkt sind die Unterschiede enorm. Ich erinnere mich, dass ich früher ständig für Anpassungen beim Hörakustiker war, weil zu viele Rückkopplungen da waren. Mit den modernen Hörsystemen hatte das nichts zu tun und dennoch haben mir auch diese Geräte natürlich eine Bereicherung meines Lebens ermöglicht. Einen richtigen Fortschritt erlebte ich dann aber 2013, 15 Jahre nach meinen ersten Hörgeräten. Da hatte ich erstmals Hörsysteme, die per App gesteuert werden konnten und bluetoothfähig waren.

2018 hast du dich dann mit dem Evoke erstmals für ein Widex Hörsystem entschieden. Wie kam es dazu?

Da ich ja nun schon so lange Hörsysteme trage, habe ich auch verschiedene Hersteller getestet. Mich haben die vielen Funktionen interessiert und dann habe ich bei meinem Hörakustiker die Geräte Probegetragen. Mich hat der Klang von der ersten Sekunde an überzeugt. Für mich fühlt sich das Hören von Stimmen, Geräuschen und Tönen jetzt total natürlich an.

Gesteigerte Lebensqualität dank Hörsystemen

Welche Funktionen nutzt du besonders gern?

Mich beeindruckt es, wie präzise sich das Hörsystem auf die unterschiedlichen Umgebungen einstellt. Völlig egal, ob ich alleine zu Hause bin oder mit Freunden etwas trinken gehe: Die Automatik arbeitet echt perfekt, so dass ich mich eigentlich immer wohlfühle und nicht merke, dass ich Hörsysteme trage. Ich denke, das ist mit Abstand die wertvollste Erkenntnis für mich.

Außerdem liebe ich es, Musik und Telefonate direkt in die Hörsysteme zu streamen. Durch meine Erfahrungen aus der Kindheit, habe ich gerade vor dem Telefonieren noch sehr viel Respekt. Aber dadurch, dass ich die Gespräche direkt auf beiden Ohren habe, nimmt mir das diese Angst. Und ich finde es super, dass ich die Umgebungsgeräusche ausblenden kann. Das hilft mir enorm weiter.

Ganz grundsätzlich hat das Evoke aber mein Leben total verändert, weil ich merke, dass ich viele Dinge mit meinen bisherigen Hörgeräten nicht wahrnehmen konnte und erst jetzt mit dem neuen Hörsystem richtig hören kann. Es macht mein Leben praktischer und bietet mir maximalen Komfort. Mein Leben hat sich damit so verändert, dass sich die Hörgeräte an mich und meine Hörsituationen anpassen und nicht mehr ich mich an die Situationen anpassen muss.

Du hast bereits erwähnt, dass du andere Menschen dazu motivieren möchtest, sich aktiv mit gutem Hören und Hörsystemen auseinanderzusetzen.Warum?

Ich möchte einfach erreichen, dass Hörsysteme als etwas völlig Normales und Alltägliches gesehen werden wie zum Beispiel das Tragen einer Brille. Das liegt sicher in meiner eigenen Biografie begründet. Ich merke jetzt, dass meine Lebensqualität so viel größer ist und mein Leben einfacher und leicht ist. Seit ich Hörgeräte trage, kann ich wieder voll am Leben teilnehmen und es steigert ganz einfach auch das Selbstvertrauen.

Ich kann deshalb jedem nur raten, eine vermeintliche Hörminderung nicht zu ignorieren, sondern schon beim leisesten Zweifel einen Hörtest zu machen. Denn je früher man eine Hörminderung behandelt, umso besser ist es und umso früher kann man erfolgreich am Leben teilhaben. Wenn ich dafür Menschen sensibilisieren kann, finde ich das klasse.

 Vielen Dank für das Gespräch!