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Familie im Gespräch

Wie Sie mit dem Hörverlust eines Familienmitglieds umgehen

Veröffentlicht06-03-2020
Aktualisiert06-03-2020

Wenn eines Ihrer Familienmitglieder einen Hörverlust hat, betrifft das nicht nur die Person selbst, sondern auch ihr nahestehende Menschen. Dabei kann es auch zu frustrierenden Momenten kommen. Wir haben für Sie fünf Möglichkeiten zusammengestellt, wie Sie mit solchen Situationen umgehen können.

1. Zeigen Sie Ihre Unterstützung

Durchschnittlich dauert es von dem Zeitpunkt, an dem eine Person ihren Hörverlust bemerkt, bis sie tatsächlich mit einem Hörgerät versorgt wird sieben Jahre. Es ist ein langer Weg, bis die betroffene Person erkennt, dass sie ein Hörgerät benötigt. Das wichtigste ist in dieser Zeit geduldig und verständnisvoll auf die Person zu reagieren und sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

Wenn Ihr Familienmitglied mit Hörverlust noch keine Hörsysteme trägt, ermutigen Sie sie im ersten Schritt zu einem Online-Hörtest. Ergeben sich dann Anzeichen für einen Hörverlust, unterstützen Sie die betroffene Person und finden gemeinsam einen Hörakustiker in ihrer Nähe.

Ein Hörakustiker wird eine Analyse des Gehörs vornehmen und Ihrem Familienmitglied zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, mit diesem individuellen Hörverlust umzugehen. Begleiten Sie die betroffene Person zum Hörakustiker und stehen Sie ihr bei der Auswahl des richtigen Hörgeräts und möglichen Zubehörlösungen zur Seite.

2. Erleben Sie selbst, wie sich ein Hörverlust anfühlt

Jemand der gut hört, kann sich meistens nicht vorstellen, wie sich ein Hörverlust anfühlt. Aber es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, das selbst zu erleben. Dafür kann die Familie Feuerstein sehr hilfreich sein: Eine Online-Hörverlustsimulation zeigt in einer kurzen Video-Sequenz der beliebten Comic-Familie, wie sich verschiedene Hörverlustgrade anhören. Die Simulation gibt einen guten Überblick, wie Stimmen – je nach Grad des Hörverlusts – klingen. So haben Sie ein besseres Verständnis dafür, wie sich ein Hörverlust für Betroffene anfühlt. Ein Beispiel für eine solche Hörsimulation finden Sie unter anderem auf YouTube:



3. Bleiben Sie geduldig

Wenn Sie mit Personen mit Hörminderung sprechen, gerät man leicht in Versuchung lauter zu sprechen oder sogar zu schreien, anstatt sich häufig zu wiederholen. Denken Sie daran: Niemand wird Sie absichtlich nicht richtig verstehen wollen. Seien Sie also geduldig und wiederholen Sie gegebenenfalls die Botschaft noch einmal.

4. Sprechen Sie klar und deutlich

Jeder Hörverlust ist individuell und einzigartig. Wenn Ihr Familienmitglied nicht hören oder verstehen kann, was Sie sagen, liegt es möglicherweise daran, dass einige Frequenzen für ihn nicht hörbar sind. Das Anheben Ihrer Stimme hilft meist nicht und kann bei Ihrem Gegenüber sogar hitzig ankommen. Versuchen Sie deshalb, Ihren Satz umzuformulieren und klarer zu sprechen - aber nicht lauter.

5. Bestehen Sie auf das Tragen der Hörsysteme

Ihr Familienmitglied hat sich Hörgeräte zugelegt, aber trägt sie selten? Dann sollten Sie darauf bestehen, dass er seine Hörgeräte trägt, bevor Sie mit ihm sprechen. Das erspart eine Menge Frust. Sie kennen Ihr Familienmitglied am besten, wählen Sie deshalb die richtige Art und Weise, um ihm zu erklären, dass er seine Hörgeräte tragen sollte. Bleiben Sie freundlich und werden Sie nicht ungeduldig, auch wenn es Ihnen manchmal schwerfallen sollte.