Faszination Hören

Der Hörsinn ist der differenzierteste unserer Sinne. Das Ohr verarbeitet mehr als doppelt so viele Eindrücke wie das Auge: Wenn auf dieses mehr als 24 Bilder pro Sekunde einwirken, sieht es bereits einen Film. Müssten unsere Augen so viele Sinneseindrücke verarbeiten wie unsere Ohren, wären sie in kürzester Zeit völlig erschöpft.


Hören ist Höchstleistung 

Unser Gehör vollbringt wahre Höchstleistungen, um uns die akustische Vielfalt unserer Umwelt zu vermitteln. Es selektiert aus zahllosen Höreindrücken diejenigen, die wichtig oder bemerkenswert sind. Die Hörschnecke kann 7.000 verschiedene Tonhöhen auseinanderhalten. Und bis auf 2° genau können manche Menschen die Richtung bestimmen, aus der ein kurzes Schallsignal kommt.

Außerdem können wir pro Sekunde 50 Höreindrücke unterscheiden, von denen unser Gehirn manche unterdrückt, andere hingegen an die Oberfläche unseres Bewusstseins dringen lässt. Typisches Beispiel: Sie befinden sich in einem Raum mit vielen Menschen, die sich alle unterhalten, sind selbst auch in ein Gespräch vertieft. Doch plötzlich stutzen Sie. Da hat doch jemand Ihren Namen genannt. Trotz des Stimmengewirrs hat Ihr Gehör einen ganz speziellen Klang herausgefiltert und bewusst werden lassen. 


Die Ohren schlafen nie

Die Ohren haben niemals Zeit, sich auszuruhen. Selbst nachts sind sie aktiv, trennen Wichtiges von Unwichtigem, sind in Alarmbereitschaft. Junge Eltern können das aus eigener Erfahrung bestätigen. Vorbeifahrende Züge und Autos nehmen sie nicht wahr – kaum aber atmet ihr Baby etwas schneller oder lauter, sitzen sie senkrecht im Bett.


Wir benötigen beide Ohren

Mit zwei Ohren hört man besser: Eine Schallquelle hören und lokalisieren zu können, ist für unsere Kommunikationsfähigkeit von erheblicher Bedeutung. Wenn wir beispielsweise eine verkehrsreiche Straße überqueren oder auf einen Warnruf reagieren müssen, ist es wichtig, dass unser Richtungshören optimal funktioniert.

Die physische Position der Ohren auf jeder Seite des Kopfes ermöglicht es uns, die Richtung, aus der Signale kommen, zu bestimmen. Wegen des Abstands zwischen den Ohren gelangen die einzelnen Signale zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlicher Stärke an das rechte beziehungsweise linke Ohr. Dies wird vom Gehirn registriert und verarbeitet, daraus schließen wir, aus welcher Richtung die jeweiligen Signale kommen.