Pressemeldungen

09.02.2010

Hören – Zahlen und Fakten zu einem der wichtigsten menschlichen Sinne

Das Ohr – Höchstleistungen rund um die Uhr

  • Das Ohr kann mehr als doppelt so viele Eindrücke pro Sekunde verarbeiten wie das Auge.
  • Die Hörschnecke im menschlichen Innenohr ist in der Lage, 7.000 verschiedene Tonhöhen zu unterscheiden.
  • Ein gesunder Mensch hört Frequenzen im Bereich von 16 bis 20.000 Hertz. Tierische Höchstleistungen sind noch beeindruckender: Delphine hören Töne bis zu einer Frequenzhöhe von 200.000 Hertz.
  • Unser Ohr kann in einer Sekunde 50 eintreffende Sinneseindrücke unterscheiden – vom Geräusch des Automotors über die Musik des Radios bis hin zum Gespräch mit dem Beifahrer.


Ursachen von Hörminderungen

  • Zahlreiche Ursachen können zu Hörminderungen führen:
  • Lärm ist oftmals ein Grund für Hörverlust.
  • Am häufigsten verursachen Abnutzungen im Innenohr, die mit zunehmendem Alter entstehen können, eine Hörminderung. Deshalb ist die Innenohr-Schwerhörigkeit die am weitesten verbreitete Form eines Hörverlusts.
  • Verschiedene Erkrankungen wie Arthritis oder Diabetes können das Gehör schädigen: So sind beispielsweise Diabetiker doppelt so anfällig für Hörverlust wie der Bevölkerungsdurchschnitt.
  • Selbst Rauchen oder Übergewicht können die Hörfähigkeit vermindern, da sich diese Faktoren negativ auf die Sauerstoffversorgung des Ohres auswirken.


Hörminderungen sind weit verbreitet

Deutschland

  • Etwa 18 Prozent aller Bundesbürger sind einer Umfrage aus dem Jahr 2005 zufolge von einer Hörminderung betroffen – insgesamt etwa 15 Millionen Menschen – mit steigender Tendenz.
  • Über Hörprobleme klagen sogar zwischen 17 und 20 Millionen Deutsche. Jeder zweite Befragte gab an, in Alltagssituationen Schwierigkeiten zu haben, einwandfrei zu hören und zu verstehen.
  • Nicht nur Erwachsene leiden an Hörminderungen:
  • Schätzungen zufolge ist das Gehör jedes vierten Jugendlichen bereits irreparabel geschädigt.
  • Allein in Deutschland gibt es mehr als 500.000 Kinder mit einer behandlungsbedürftigen Hörminderung. Von 1.000 Neugeborenen kommen ein bis drei Kinder mit einer Hörminderung auf die Welt.

Weltweit

  • Jeder sechste Europäer zwischen 18 und 80 Jahre muss mit einem eingeschränkten Hörvermögen leben – insgesamt über 71 Millionen Menschen.
  • Weltweit haben geschätzt etwa 600 Millionen Menschen eine Hörminderung. Zum Vergleich: Rund 37 Millionen Menschen sind blind.


Individuelle und gesellschaftliche Folgen von Hörminderungen

Gesellschaftliche Folgen

  • Die Kosten unbehandelter Hörminderungen in Europa belaufen sich auf etwa 213 Milliarden Euro im Jahr.
  • Allein in Deutschland kosten unbehandelte Hörminderungen bei Erwachsenen über 30 Milliarden Euro pro Jahr.
  • Die mit einer leichten Hörminderung einhergehende Minderung der Lebensqualität wird nach gesundheitsökonomischen Berechnungen mit etwa 2.200 Euro pro Person und Jahr bewertet. Schwere Hörminderungen schlagen mit dem fünffachen Betrag, 11.000 Euro, zu Buche.
  • Lärmbedingte Hörminderungen zählen zu den häufigsten Berufskrankheiten.

Individuelle Folgen

  • Der schleichende Verlauf von Hörminderungen führt dazu, dass Betroffene häufig erst nach mehreren Jahren (meist 7-10 Jahre) etwas gegen ihre Hörprobleme unternehmen.
  • Viele Menschen mit Hörminderungen, die diese nicht versorgen lassen, verlieren zunehmend den Kontakt zu ihrem sozialen Umfeld – Depression und Einsamkeit sind mögliche Folgen.


Frühe Anzeichen einer Hörminderung

Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass ein Mensch an einer Hörminderung leiden könnte, z. B:

  • wenn er seine Gesprächspartner häufig bitten muss, das Gesagte zu wiederholen.
  • er der Meinung ist, dass die Menschen in seinem Umfeld häufig nuscheln oder undeutlich sprechen
  • er Schwierigkeiten hat, seinen Gesprächspartner bei Hintergrundgeräuschen zu verstehen.
  • er einen Gesprächspartner schlecht versteht, wenn mehrere Menschen gleichzeitig sprechen.
  • er das Zwitschern der Vögel, das Rascheln der Zeitung oder das Klingeln eines Weckers nicht mehr vernehmen kann.
  • er den Ton von TV-Gerät oder Stereo-Anlage immer lauter stellt.
  • Häufig sind es auch die Angehörigen, die eine Hörminderung bei einem Betroffenen bemerken und ihn darauf aufmerksam machen.


Mit Hörgeräten zurück ins Leben

  • Nur ca. drei Millionen Menschen in Deutschland nutzen ein Hörgerät. Dabei zeigen Umfragen deren positive Wirkung:
  • 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Lebensfreude und Lebenseinstellung durch das Hörgerät verbessert habe.
  • Bei zwei Dritteln steigerte das Hörgerät das Selbstvertrauen und half ihnen, selbstbewusster aufzutreten.
  • Bei fast 70 Prozent verbesserte das Hörgerät das psychische und physische Wohlbefinden.


Der Weg zum Hörgerät

  • Der erste Schritt auf dem Weg zum Hörgerät besteht in einem Hörtest beim Hörgeräte-Akustiker oder bei einem Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Arzt.
  • Wurde eine Hörminderung entdeckt, stellt der HNO-Arzt eine Verordnung aus. Mit der Verordnung geht der Kunde zum Experten, dem Hörgeräte-Akustiker, und erhält dort ein Hörgerät.
  • Der Hörgeräte-Akustiker berät seinen Kunden bei der Auswahl eines geeigneten Geräts. Die noch vorhandene Hörfähigkeit, die persönlichen Bedürfnisse und die physischen Gegebenheiten wie etwa die Größe des Gehörgangs sind dabei wichtige Kriterien.
  • Nach der Auswahl des Hörgeräts stellt der Hörgeräte-Akustiker das Hörgerät auf die individuelle Hörsituation des Kunden ein.
  • Übrigens: Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Anschaffung eines Hörgeräts mit ca. 421,28 Euro. Benötigt der Träger ein Hörgerät für beide Ohren, erhält er – je nach Krankenkasse – eine Zuzahlung von ca. 758,30 Euro.


Prominente mit Hörminderung

Deutschland

  • Mario Adorf: Der beliebteste Schauspieler Deutschlands glänzt in diversen Film- und Fernsehproduktionen. Auch als Entertainer, Chansonnier und Theater-Mime verzaubert er sein Publikum.
  • Bill und Tom Kaulitz: Als Sänger bzw. Gitarrist der Band „Tokio Hotel“ haben die eineiigen Zwillinge in den letzten Jahren große Erfolge gefeiert – mehr als sechs Millionen Platten hat die Gruppe inzwischen verkauft.
  • „Sir Vival“ Rüdiger Nehberg: Der Weltenbummler aus Bielefeld ist Survival-Experte und Aktivist für Menschenrechte, der sich seit fast 30 Jahren für die Rechte der Yanomami-Indianer im Amazonasbecken einsetzt.
  • Jutta Wübbe: Die 54-jährige Kabarettistin aus Hamburg wurde unter ihrem Alias Marlene Jaschke bundesweit bekannt. Für ihr künstlerisches Schaffen erhielt sie im Jahr 1991 den Adolf-Grimme-Preis.

Weltweit

  • William Jefferson Clinton: Der am 19. August 1946 in Hope geborene begeisterte Saxophonist war 40. und 42. Gouverneur des amerikanischen Bundesstaats Arkansas und von 1993 bis 2001 der 42. Präsident der USA.
  • Philip David Charles, genannt „Phil“ Collins: Mit Hits wie „In The Air Tonight“, „Against All Odds“ und Another Day In Paradise“ spielte sich der Musiker in die Herzen der Fans. Auch als Songschreiber und Schauspieler hat sich das Multitalent einen Namen gemacht.
  • Andrew Lucchesi: Das international bekannte US-Fotomodell stand bereits für zahlreiche Premium-Marken vor der Kamera. Vor seiner Modell-Karriere war Lucchesi Tennis-Profi und trat gegen Stars wie Björn Borg und John McEnroe an.



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